Eine verrückte Zeit

Ende Mai naht, aber immer noch ist es eine chaotische Zeit. Ich bin froh, dass es mir trotz der Lage gut geht.
Ich schreibe weiterhin an verschiedenen Buchprojekten. Außerdem bin ich 2. Vorstand von meinem lokalen Schachverein. Schach spielen geht weiterhin nur online. Vielleicht im Sommer unter bestimmten Voraussetzungen mit OP-Maske real trainieren und kleine Turniere.
Routinen sind eingebrochen, aber zum Glück konnte ich diese durch meine angeeignete Flexibilität kompensieren. Anstrengend ist es dennoch.
Mein Fernstudium zum Werbetexter hat mir auch geholfen durch die Zeit.
Allgemein mein Interesse in verschiedene Gebiete und die Selbstmotivation. Die eigenen Stärken vor Augen haben, auch wenn sie manchmal als relativ erscheinen.
Dazu fand ich den Beitrag sehr gut von Forscher.

Autismus-Projekte.

Das Buchprojekt des Autismus-Vereins mache ich weiter. Die Lektorat-Vorschläge bin ich durchgegangen. Daneben schreibe ich auch die erste eigene Geschichte über mein Leben als Autist.
Ich merke, dass es gut tut darüber zu schreiben und zu sehen, wie sehr ich mich weiterentwickelt habe. Klar: Ich habe kein hoher Abschluss und Arbeit, aber ich komme mit mir selbst gut klar. Das ist wichtig.
Ich bereue weiterhin nicht die Entscheidung schulisch nicht weitergemacht zu haben. Das stupide auswendig lernen von Informationen, die mich nicht interessieren, hätte mir zu viel Energie geraubt. Die kaufmännische Ausbildung hat genau auf die Interessen angedockt, die mir liegen.
Natürlich ist es nicht leicht etwas zu finden, weil die Berufswelt gerne multitalentierte Allrounder sucht.
Mehrere Aufgabengebiete kann ich auch, aber je nach Lage bedingt effektiv.
Stress und Druck erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Fehlern. Das und noch mehr schreibe ich in meinem Buchprojekt nieder. Bei dem Buchprojekt des Vereins, ist es nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem Leben.

Der Umzug.

Zurzeit findet ein Umzug statt. Das heißt Stress. Ich bin froh, dass ich damit gut umgehen kann. Hinzukommt seit Anfang Mai der erste Corona-Ausbruch in der Firma. Im April hatte ich eine Wurzelspitzenresektion. Hinzu kommen private Umbrüche. Chaos pur. In diesen Zeiten nicht völlig den Verstand zu verlieren ist eine Kunst. Ich bin es ohnehin seit Kindheit gewohnt mich im Chaos der Welt selbst zurechtfinden zu müssen. Flexible Strategien erstellen und zu versuchen. Darum brauche ich seit dem Abschluss der Ausbildung keine Therapien mehr. Allein ohne Unterstützung würde ich es nicht so leicht hinbekommen.
Sicherheit über das soziale Umfeld ist ein starker Knotenpunkt in einer stabilen Entwicklung.
Die Sicherheit ist nicht selbstverständlich. Gerade das zeigt unter anderem die Krise, wie schnell das Gerüst wackelt.
Ich sage sarkastisch: Das Ende der All-Can-You-Eat-Gesellschaft naht. Es wird immer irgendwie weitergehen, aber nicht mehr so sein wie früher. Zeiten ändern sich und ich versuche das Beste daraus zu machen.
Darum habe ich stets die vergangenen Zeiten genossen, weil ich wusste, dass sie jederzeit vorbei sein können.
Das kann seltsam klingen. Schon als Kind war ich für jeden Tag, an dem ich Gesund bin, in Frieden leben kann, genug Essen habe etc. dankbar gewesen. Ich habe die Dinge geschätzt, die in der Regel nicht wahrgenommen werden – lediglich hinterher, wenn sie nicht mehr da sind. Damals machten mir mögliche Veränderungen Angst, aber jetzt nicht mehr, weil ich sie akzeptiere. Ohne Veränderung kein Fortschritt.