Die Angst vorm Gewinnen.

Mir ist wieder in Erinnerung gekommen, dass ich in meiner Kindheit einen sehr seltsamen Bezug zum Gewinnen hatte. Vor Gemeinschaftsspielen hatte ich panische Angst. Wieso? Die Gründe dafür dürfte für „normale Menschen“ schwer nachvollziehbar sein, weil der Natur des Menschen widersprechen.

Ich hatte einerseits Angst vorm Verlieren bzw. Versagen, weil ich dadurch glaubte, dass die anderen über mich lachen. Anderseits hatte ich auch Angst vorm Gewinnen, weil das den anderen wehtut bzw. verletzt, dass sie in der Partie schlechter/schwächer waren als ich. Ich konnte darin kein gutes Gefühl entwickeln und verspüren. Das was andere Instinktiv tun und Spaß macht, habe ich in der Kindheit nicht beherrscht und habe deshalb sehr extreme Eigenarten entwickelt.

Angst vor Wettkämpfen und Turnieren.

Die Angst vor Wettkämpfen und Turnieren blieb auch die Schulzeit weitgehend über erhalten. Wenn ich mal besser war, als die anderen kam außerdem das Mobbing hinzu. Meine Leistung wurde herabgewürdigt und ich wurde schikaniert.
Als ich Badminton und Schach anfing, entwickelte ich langsam ein Gefühl, dafür Freude am Gewinnen zu empfinden, aber natürlich es nicht zu extrem zu äußern. Badminton hörte ich schließlich auf, weil das Erwachsenentraining um eine Uhrzeit war, die ich nicht wahrnehmen konnte. Zudem viel es mir schwer dort positive Kontakte zu knüpfen. Beim Schach konnte ich viel besser gute Kontakte generieren – ein Hauptgrund weshalb ich es nicht aufhörte, sondern weiter machte.
Als ich dem Schach-Verein beitritt, hatte ich erst Angst den Erwartungen nicht gerecht zu werden.
Viele der ersten Spiele verlor ich gnadenlos gegen erfahrene Spieler. Ein Talent im Schach hatte ich nicht. Die Zeit wird zeigen, wie weit ich meine Schachleistung erhöhen kann. Für diese Steigerung möchte ich mich nicht kaputt machen. Ich möchte es hauptsächlich aus Spaß machen und nicht um mich in hoher Leistung zu beweisen.

Literatur als Erholung und Rückzug.

Das wirklich wertvollste Hobby für mich war und bleibt die Literatur. Dadurch kann ich Ängste, Stress und sonstige Reize verarbeiten. Außerdem lese ich ein Lehrbuch in Sozialpsychologie und mache nächstes Wochenende in der VHS Biberach einen Rhetorikkurs mit. Das alles hilft mir meine Strategien und Verhaltensweise flexibler anzupassen und neu auszurichten. Immer wieder merke ich, dass ich auch Grenzen habe und eben nicht alles so machen kann wie es sich „normale Menschen“ wünschen und tun. Im Schach merke ich zurzeit immer wieder meine Leistungsgrenzen, wenn in dem Moment die Reize mich bombardieren und ich mich eigentlich konzentrieren möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.