Der Oktober und die Suche

Bei der Frankfurter Buchmesse war ich dieses Jahr leider nicht, aber dafür bin ich bei der Buchmesse in Berlin ende November dabei. „Buch Berlin“ ist die drittgrößte Buchmesse in Deutschland.
Nach der Messe fehlt nur noch Leipzig und dann habe ich alle drei großen Buchmessen gesehen 😉

Die Identitätssuche beim Schreiben.

Ich schreibe weiterhin primär Kurzgeschichten für den Sarturia-Verlag und für die Fiction-Tap-App.
Das Schreiben macht mir gerade Spaß. Ob ich mal wieder eine Fantasy-Geschichte schreibe, weiß ich noch nicht. Ich möchte erst einmal mein Schreibstil über Kurzgeschichten verbessern und meine eigene Art entdecken. Es ist praktisch die Suche nach der eigenen Identität im Autorenleben – die Suche ist durchaus wichtig.

Mit Fantasy habe ich als Jugendlicher angefangen zu schreiben, weil ich mit der realen Welt wenig bis gar nicht klargekommen bin. Fantasy hat mir die Flucht in eine Welt voller Magie ermöglicht und eine klare Trennung zwischen Gut und Böse. Über die Trennung verfügt unsere reale Welt begrenzt. Gut und Böse ist häufig eine sehr schwammige Sache.
Gegen ende des dritten Teils (das ich mit 26 Jahren abgeschlossen hatte), habe ich deshalb ein unerwartetes Ende genommen, in dem sogar die Motivationsbewegungen bzw. Entstehungsgründe für das Böse auf eine eher psychologische Art erklärt wurden. Niemand ist von Grund auf Böse. Es sind viele verschiedene Faktoren notwendig, um das „Böse“ zu erschaffen.
Natürlich war es nur ein leichter und nicht tiefgründiger Versuch, die Erklärung des Bösen. Ich wollte es da nicht zu sehr übertreiben, weil es dann gar nicht mehr zur Trilogie passt.
Darum habe ich mich von Fantasy erst einmal zurückgezogen, weil ich selbst herausfinden muss: Über was will ich schreiben? Wie möchte ich schreiben? Wie kann ich es umsetzen? Am Ende zeigt sich auch, wie es bei den Lesern ankommt.
Zur Verbesserung meines Wissens habe ich angefangen, mich in Soziologiesachbüchern einzulesen. Es hilft mir nicht nur beim Schreiben das neue Interesse am Charakter der Welt und des Menschen. Genauso hilft es mir selbst, um mit mir und der Welt besser klarzukommen.

Was werde ich bei der Buchmesse tun?

Auf jeden Fall neue Kontakte versuchen zu knüpfen. Über Twitter kenne ich inzwischen einige Autoren und wenn es klappt, versuche ich bei der Messe, sie direkt kennenzulernen. Ich bin gewiss kein begabter Mensch im Kontakte knüpfen und Gespräche führen, aber versuche es trotzdem 😀
Bei den „Deustchen Schreibtagen 2017“ in Berlin habe ich es auch halbwegs gut geschafft direkte Gespräche zu führen und Kontakte zu knüpfen. In der Hinsicht werde ich immer sicherer. Smalltalk, Spontanität, Menschenmengen usw. kann ich inzwischen gut verarbeiten und damit umgehen. Manchmal merkt man dennoch, meine Unsicherheit und ungeschickte bzw. missverständliche Ausdrucks- und Interaktionsweise. Ganz „normal“ werde ich nie sein und möchte es nicht. Normal ist Ansichtssache 🙂 Ich freue mich schon auf die Messe.

Die Zugfahrt wird etwas abenteuerlich – dank Bauarbeiten der Bahn. Aber ich werde es schaffen. Zug fahren macht mir gar nichts mehr aus. Ich habe keine Ängste mehr. Problemlos kann ich auch beim Informationsschalter direkt fragen, wenn der Zug ausfällt etc.
Den sozialen Druck kann ich immer besser kompensieren. Es ist anstrengend für mich, aber ich zerbreche daran nicht mehr. Dazu brauche ich nicht einmal Medikamente oder einen Psychiater – was bei Menschen mit Asperger-Autismus nicht selbstverständlich ist.