Wie ich die Krise erlebe.

Die aktuelle Situation erscheint sehr irreal. Wenigstens ist mein Vollzeitjob sicher und ich muss zusätzlich keine finanziellen Ängste haben.
Mehr Zuhause zu machen ist für mich nicht so schlimm. Ich habe genügend Hobbys für Zuhause: Lesen, schreiben, Gaming, Schach und draußen die Umgebung etwas fotografieren.
Ich bin aktuell sehr entspannt und habe keine Ängste. Das ist sehr wichtig, weil in der momentanen unsicheren Lage einige Autisten es sehr schwer haben.

Der Erfolg der letzten Jahre.

Die letzten Jahre habe ich eine enorme Weiterentwicklung an mir geleistet. Das merke ich in der aktuellen Lage sehr. Genau das hilft mir momentan einen kühlen Kopf zu bewahren.
Mich stört es nicht, wenn ich meine Routinen unterbreche und passe mich der Situation flexibel an – früher ging das gar nicht. Diese Weiterentwicklung kommt mir jetzt absolut zugute.
Selbst das veränderte soziale Klima, das ich massiv registriere, zerstört mich nicht.
Immer wieder bin ich durchaus erschöpft, aber es ist eine Erschöpfung, mit der ich sehr gut umgehen kann und sie auch wieder kompensiere bzw. mich regeneriere.
Ich brauche zur Selbstreflexion und Erstellung von Strategiekonzepten keine Therapie oder Psychologen. Ich habe mir angeeignet es selbst effektiv zu erarbeiten. Natürlich kann ich ab und zu eine Tiefphase haben, in der keine so tollen Erfolge zu verzeichnen sind, aber ich bin bereit alternative Lösungen darauf zu finden. Zumindest schütze ich mich mit meinen bisherigen Strategien vor Burnout und Depressionen. Das ist unbezahlbar viel Wert.
Ich bin viel Feinfühliger geworden, weil ich deutlich mehr über Sozialpsychologie und Kommunikation weiß. Jeder hat eine andere Wahrnehmung und konstruiert sich seine eigene Realität. Das zu Wissen und sich darauf einzustellen kann viele Konflikte und negative Reaktionen verhindern.

Dinge die bleiben.

Das Fernstudium als Werbetexter läuft gut und es macht mir Spaß. An dem Studienverlauf hat sich gar nichts verändert seit der Krise. Das Schreiben an Geschichten mache ich weiterhin. Ein regionaler Online-Schreibkurs mache ich mit. Im Juli habe ich in der VHS einen Rhetorikkurs – mal sehen, ob der stattfindet.
Mein Interesse in Sozialpsychologie, Kommunikation, Werbung und Rhetorik ist weiterhin hoch.
Ich gehe meinen Weg weiter, den dieser hat sich bewährt. Es ist deutlich gesünder, als meine frühere Art bei der ich wenig Feingefühl hatte und selten merkte, wenn ich jemanden mit meiner Kommunikationsart verletzt habe und dadurch negative Gefühle generierte. Selbstverständlich kann es nie allen Recht gemacht werden.
Anzustoßen kann auch mal gut sein aber immer in einem gesunden Verhältnis.